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Mittwoch, 20. Juni 2012
Ausstellung stellt Symmetrie wieder her - Bilder von Uwe Appold im Südschiff zu sehen.
Am Sonntag, den 24.6. wird in der Christus- und Garnisonkirche eine Ausstellung mit Werken des ehemaligen Wilhelmshaveners Uwe Appold ausgestellt. In einer Pressekonferenz wurde jetzt das Konzept der ersten Ausstellung im neuen Südschiff dargestellt. Anfang der 90er Jahre erstellte der Künstler einen Bilder Zyklus zur Perceval Geschichte. Diese handelt von einem Jungen, der in der Einsamkeit des Waldes aufwächst und zum Artusritter avancierte. Er begibt sich in schwer wiegende Schuld, als er versäumt einen hinfälligen Fischerkönig, den er trifft, nach dessen Leiden zu fragen. „Woran leidest Du?“ Uwe Appold malt kein Heldenepos, sondern versucht, Endlichkeit in verschiedenen Facetten darzustellen, die das Kreuz nicht als Zeichen des Todes umfassen, sondern als Zeichen der Auferstehung im Blick haben. Dieses tut er immer in Auseinandersetzung mit der Geschichte. So sind Teile dieser Ausstellung schon vorher in verschiedenen geschichtsträchtigen Orten gezeigt worden. Oft im Kontext von Leidenssituationen, so zum Beispiel in Dokumentationszentren von KZs.
Für die Kirchengemeinde ist diese Ausstellung der Beginn einer Reihe von Ausstellungen und Aktionen im Südschiff, die damit die Symmetrie der Kirche wieder herstellen. Während das Nordschiff dominiert wird von dem 1957 hergestellten Ehrenmal für die Seetoten des ersten und zweiten Weltkriegs, war das Südschiff bisher ein mehr ungenutzter Raum. Bei der Wiedereröffnung der Kirche nach der großen Sanierung im letzten Dezember hatte der Künstler Hartmut Wiesner mit zwei Werken eine Spur gelegt, die nun weitergeführt wird. Deutlich stellt die Ausstellung damit eine Symmetrie wieder her, die fehlte. Das Nordschiff war 1957 unter Teilnahme der ehemaligen Großadmirale der Reichsmarine und verurteilten Kriegsverbrecher, Raeder und Dönitz, eingeweiht worden. Unter dem Motto des Mals: Sie alle starben für ihr Vaterland wurde 1957 eine heroisierende Geschichte präsentiert. Im positiven Sinne wird dieser Raum heute als Mahnung gegen Krieg und als Orte der Trauer für Angehörige verstanden. Dem Zeichen des Todes in diesem Mahnmal wird nun das Zeichen der Auferstehung im Südschiff entgegen gestellt. Die Ausstellung Uwe Appold: Sieben Kreuze aus dem Perceval – Zyklus, 1990 – 1994 ist von Sonntag, den 24.6. – 5-8. im Südschiff der Kirche zu sehen. Die Kirche ist ganztägig geöffnet. Die Eröffnung findet um 12 Uhr am Sonntag nach dem Gottesdienst statt. Im vorhergehenden Gottesdienst um 10 Uhrwird Pastor Bernhard Busemann die Frage stellen, unter welchem Licht wir leben. Durch die Ausstellung im Südschiff rückt die menschliche Verwundbarkeit in ein anderes Licht. Um die Dynamik aus Licht und Schatten wird es im Gottesdienst gehen.